Demnächst werden Sie wieder die schönsten Korallenriffe
besichtigen, an Haifischen
vorbeischwimmen und Walfische beobachten; Sie werden die ganze Bandbreite
der
Unterwasserwelt für sich entdecken.
Dazu werden Sie sich ein paar Tage in einem Land niederlassen, in dem
Fischer,
Landwirte und Geschäftsleute das ganze Jahr über leben. Ihre
Traditionen sind
anders als die Ihren . Die natürlichen Ressourcen, von denen sie
abhängig sind, sind
oft nicht reichlich. Besonders Süßwasser ist in manchen Gegenden
ein seltenes und
wertvolles Gut.
Das Leben des Landes in diesem Land erschöpft sich nicht in Ihrem
Hotelaufenthalt,
so angenehm der auch sein mag.
Genießen Sie Ihre Freizeit zwischen zwei Tauchgängen, um
andere Eindrücke zu
erhaschen und neue Geschichten zu hören. Sie werden über den
kulturellen
Reichtum und die Gastfreundschaft der Leute, die dort leben, erstaunt
sein.
Bedenken sie, dass Ihre Kaufkraft sehr oft viel größer ist
als die der Einwohner. Sie
sollten davon Abstand nehmen, triste Souvenirs wie etwa Haifischzähne,
Muscheln
Korallen, Schildkrötenpanzer und Schalentiere zu kaufen. Der Erwerb
dieser
Mitbringsel führt kurzfristig zur Plünderung und Verwüstung
des Ökosystems Meer
und langfristig zur Verarmung und Verschlechterung der Lebensqualität
der Fischer.
Ebenso sollten Sie den Verzehr von Haifischflossen- und Schildkrötensuppen
strikt
ablehnen, da diese Tiere mit roher Gewalt aus Ihren Lebensräumen
herausgerissen
werden und alsbald ganz von der Bildfläche verschwinden könnten.
Unter Wasser werden Sie eine lebendige, wunderschöne aber auch
gefährdete Welt
besichtigen. Unsanfte Berührungen, Stöße und Erschütterungen
können dem
Meeresboden lebenden Tieren, die der Unterwasserlandschaft ihren Zauber
verleihen, den Tod bringen. Und gerade diese Unterwasserwelt wollen
Sie ja
bestaunen. Eine Störung kann Fische aufschrecken, die normalerweise
ihren Laich
schützen, und dadurch wird ihre Nachkommenschaft den Fressfeinden
ausgeliefert.
Auch Füttern stört das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen
Fischarten und
beeinflusst das Verhalten der Fische negativ.
Sie wünschen auch morgen noch eine ursprüngliche Unterwasserwelt
vorzufinden,
die genau so artenreich ist, wie die heute von Ihnen besuchte. Sie wünschen
sich,
die Freude dieses Wunderwerkes mit Ihren Freunden und Kindern zu teilen.
Also,
seien Sie auf alles neugierig, aber bleiben Sie zurückhaltend,
aufmerksam und sanft
im Umgang mit dieser Welt!
Durch Ihr heutiges Verhalten schenken Sie künftigen Generationen
von Tauchern das Staune über diese ursprüngliche Welt, die
aufregende Begegnung mit Hai- und Walfischen, ein Unterwasserabenteuer,
das genau so bezaubernd ist wie Ihres!
Lassen Sie sich auf das Abenteuer ein
Seien Sie verantwortungsbewusst
Werden Sie Botschafter für das
Tauchen im dritten Jahrtausend...
Diese
Charta ist ein Leitfaden. Sie ist keine Aufzählung von Verboten.
Es sind
Anregungen, die müssen von Fall zu Fall betrachtet werden, denn
Tauchplätze
und Situationen sind überall sehr verschieden. Ziel dieser Charta
ist, jeden
dazu zu bringen, Fragen zu stellen und die optimalen Tauchbedingungen
für
die Bewahrung und die gerechte Verteilung des Meeresreichtums zu schaffen.
Reisebüros
und Tauchzentren bieten nicht alle die gleichen Leistungen an. Einige
bemühen sich, die Umwelt, die Sie mit ihrer Hilfe entdecken, zu
schützen und die
natürlichen Ressourcen fairer mit den Einwohnern des Gastlandes
zu teilen. Das
kostet Sie und die Anbieter mehr, aber gemeinsam tragen Sie so zur nachhaltigen
Entwicklung unseres Planeten bei. Lassen Sie nicht den Preis das einzige
Kriterium
für das Tauchen sein.
•
Wählen Sie ein Reisebüro, das sich auf eine Ethik verpflichtet
hat.
•
Bevorzugen Sie verantwortungsbewusste Tauchzentren,
die sich für den Schutz des Meeresboden und für lokale Entwicklung
(Müllverwertung und Abwasseraufbereitung, Benutzung von Ankerbojen)
einsetzen.
•
Informieren Sie sich über das Unterwasser-Ökosystem, das
Sie entdecken werden.
•
Informieren Sie sich über die Einwohner des Landes, dessen
Gast Sie
sein werden: Traditionen, Wirtschaft, Einnahmequellen.
• Bringen Sie sich wieder in Form!
Wenn Sie seit längerer Zeit nicht mehr getaucht haben, trainieren
Sie um Ihre
Schwimmfähigkeit zu verbessern: Lungen-Atemtechnik, Tauchjacket,
optimale
Austarieren.
• Informieren
Sie sich über den Tauchplatz, den Sie entdecken wollen. Das
wird Ihren Tauchgang sehr bereichen. Während Ihres Tauchganges
werden
Sie nicht mehr nur ein passiver Beobachter in einer anderen Welt sein,
sondern Sie werden die ersten Wörter im großen Buch der Unterwasserwelt
lesen können. Denn Sie werden die verschiedenen Tierarten erkennen,
ihr
Verhalten kennen lernen und die Stellen erfahren können, an denen
man sie
zufinden sind. Sie können eine unglaubliche und verborgene Pflanzenwelt
zu
sehen bekommen.
•
Fragen Sie bei Ihrem Tauchzentrum nach einer Mediashow über
das
Ökosystem-Meer.
•
Fragen Sie nach der Liste der bedrohten Tierarten, nach der Liste
der
geschützten Arten und nach den einschlägigen Bestimmungen.
•
Erkundigen Sie sich über Maßnahmen die das Tauchzentrum
zum Schutz
der Unterwasserwelt (Ankerbojen...) durchführt.
•
Werfen Sie nichts über Bord.
•
Lehnen Sie Teller und Becher aus Plastik ab,
da sie Jahrzehnte brauchen, um zu verrotten
•
Verlangen Sie nach die Aufstellung von Abfalleimern an Deck,
damit Sie (falls Sie unbedingt rauchen müssen) Zigarettenstummel
(Ihre Verrottung dauert Monate), Plastikmüll, Aluminiumverpackungen, usw.
hineinwerfen können.
•
Sorgen Sie dafür dass Druckventile, Konsolen und Barometer gut
befestigt sind, damit sie nicht herunterhängen, sich dadurch
in Flora und Fauna verfangen und sie beschädigen können.
•
Benutzen Sie kurze Taucherflossen, die weniger Schaden verursachen.
•
Sobald Sie im Wasser sind, überprüfen sie Ihre Gewichte
und gleichen sie
Sie gegebenenfalls an.
•
Denken Sie daran, die Flossen vorsichtig zu bewegen,
damit sie nicht an die am Meeresgrund lebenden Lebenswesen stoßen.
•
Vermeiden Sie die Berührung von am Meeresgrund lebenden Pflanzen
und Tieren. Sie sind empfindlich und mehrmalige Stöße
zerstören sie.
•
Nehmen Sie nichts aus dem Meer mit außer Fotos.
•
Stören Sie die Tiere nicht. Wenn sie sich in ihr Versteck
geflüchtet haben, scheuchen Sie sie nicht auf. Sie sind schon genug
gestresst. Versuchen Sie sich
nicht zu bewegen und warten Sie, bis sich die Tiere wieder beruhigt
haben und von alleine wieder herauskommen.
• Füttern Sie die Fische nicht. Sie verändern
sonst ihr Verhalten negativ und
Sie verursachen ein Ungleichgewicht im Ökosystem.
• Bemühen Sie, sich Süßwasser zu sparen.
Es ist das höchste Gut.
• Verlangen Sie, die Süßwasserverschwendung zu
vermeiden. Spülbottich für die Ausrüstung, Duschen mit Wassermengenkontrolle.
• Zögern Sie nicht, das Tauchcenter und Hotel zu verlassen.
Es gibt rund
herum eine Welt, die nur darauf wartet, von Ihnen entdeckt zu werden.
• Kaufen Sie keine Souvenirs, die aus dem Meer gestohlen wurden.
Haifischzähne, Schildkrötenpanzer, Seesterne, Seepferdchen,
getrocknete
Fische, Korallen und Schalentiere.
• Boykottieren Sie Restaurants, die Suppen aus Haifischflossen,
Wal- und Schildkrötenfleisch anbieten, sowie Fische, die mit
zerstörerischer Methode
(Dynamit, Blausäure usw.) gefangen wurden.
• Fragen Sie den Restaurantbesitzer wie die angebotenen Meeresprodukte
gefischt werden und welche Vereinbarungen zwischen Restaurants und
ortsansässigen Fischern bestehen.
Diese
Charta ist ein Leitfaden. Sie ist keine Aufzählung von Verboten
und
Beschränkungen. Es sind Anregungen, die von Fall zu Fall berücksichtigt
werden müssen, denn Tauchplätze und Situationen sind überall
sehr
verschieden. Ziel dieser Charta ist, jeden zum Nachdenken anzuregen
und
Tauchbedingungen zu schaffen, die auf optimale Weise für die
Bewahrung und
die gerechte Aufteilung der Meeresschätze sorgen.
Das Tauchzentrum ist insbesondere ein Ort der Begegnung zwischen Taucher
und
Unterwasserwelt, zwischen Besucher und Gastland. Sie als Zentrumsleiter
sind
aufgerufen, Neugierde zu erwecken und nicht nur über den Reichtum
unter Wasser,
sondern auch über den kulturellen Reichtum der Einwohner zu informieren. 1
- EMPFANG DER TAUCHER
• Vorstellung des Zentrums allgemein
Land und Leute, ihre Traditionen, Wirtschaft.
• Vorstellung des Unterwasser-Ökosystems
Weisen Sie nicht nur auf die Schönheiten und die Originalität
der Tauchplätze
sondern auch auf ihre Empfindlichkeit hin (geschützte, gefährdete,
endemische
Arten), auf die Bedeutung der Beziehungen zwischen den Arten, die
Gefährdung
der kleinsten oder mimetischen Arten.
• Merkblätter über beim Tauchen einzuhaltende
Vorschriften,
Gesetzgebung zu geschützten Arten (Haltung und Handel) und Vorschriften
innerhalb von Naturschutzgebieten.
• Merkblatt über den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten
in Restaurants das die Arten angibt, die man verzehren kann, ohne
das Ökosystem zu
gefährden, und die Arten, deren Verzehr man vermeiden soll, da
man sonst zu
ihrem Aussterben beiträgt.
• Als Tauchlehrer haben Sie eine besondere Verantwortung:
Über den Tauchunterricht und die Gewährleistung der Sicherheit
hinaus sind Sie
dazu aufgerufen, beim Taucher Neugierde, Begeisterung und Achtung
vor der
Welt zu wecken, die er mit Ihrer Hilfe entdeckt.
• Machen Sie ihm bewußt, dass die Unterwasserwelt
gefährdet ist und dass es an ihm liegt, sie zu schützen.
• Machen Sie ihm bewußt, dass das Zentrum innerhalb
einer menschlichen Gemeinschaft eingerichtet wurde, mit der es
die natürlichen Ressourcen (Süsswasser, Nahrung, Meeresfauna)
teilt.
• Vergessen
Sie nicht, dass Sie das Vorbild sind, nach dem der Taucher sein
Verhalten richtet.
•
Bestandsaufnahme und Überwachung des Zustandes der Tauchplätze:
Um den ganzen Reichtum der Tauchplätze zu bewahren, ist eine
erste Bestandsaufnahme ihrer unterseeischen Lebensformen erforderlich.
Diese
Bestandsaufnahme kann von allen Zentren, die an denselben Tauchplätzen
tätig
sind, gemeinsam erstellt werden, zusammen mit externen Biologen oder
besser
noch mit den örtlichen Umweltverbänden, die ausserdem den
Dialog mit den
Anwohnern fördern können. Diese Bilanz bringt die wesentlichen
Elemente
zutage, die zu überwachen sind. Durch regelmässige Kontrolle
können Sie die
Entwicklung beurteilen und den Tauchplatz nachhaltig bewirtschaften.
Diese
Bestandsaufnahme bildet die Informationsquelle für die tauchenden
Besucher.
•
Anbringen von Ankerbojen
an jedem Tauchplatz, um ein die am Meeresgrund lebende Flora und Fauna
zerstörendes Ankern zu vermeiden.
•
Begrenzte Anzahl von Tauchern
zur Vermeidung eines für das Leben im Meer schädlichen übermäßigen
Besucherandrangs.
•
Stilllegung von übermäßig besuchten Tauchplätzen
und von Tauchplätzen, die bedrohte Arten beherbergen, während deren Fortpflanzungszeit.
•
Förderung von Schutzzonen
in Übereinstimmung mit den örtlichen Behörden. Diese
Zonen dienen als
Referenz und ermöglichen die Wiederbesiedelung geschädigter
Zonen.
Das Ziel Ihres Tauchzentrums ist, dass Menschen die Schönheiten
der Natur entdecken können. Bewahren Sie diese Schönheiten,
indem Sie Müllentsorgungssysteme einrichten und erneuerbare Energien
verwenden.
• Müllsammlung und -verarbeitung
Reduzieren Sie den vom Zentrum verursachten Müll (Plastikteller,
-becher, -flaschen, usw....). Sammeln Sie leere Batterien, Altöl,
Giftmüll und verbringen Sie alles an Orte, wo es verarbeitet
oder wiederverwertet wird.
• Einsparen und Wiederaufbereitung von Süsswasser
Spülbottiche für die Ausrüstung, Duschen mit Wassermengenkontrolle,
Auffangsysteme für Regenwasser, Wiederverwendung von Brauchwasser
in den
Toiletten.
•
Erneuerbare Energien:
Vorzugsweise Verwendung von Wind- und Sonnenenergie.
•
Ausbildung und Beschäftigung von Anwohnern in der Tauchmannschaft
• Gerechtes Teilen des Süsswassers mit den Anwohnern
- besonders mit den Landwirten - in den Ländern, in denen Wasser
knapp ist.
• Kontrolle des für Restaurants bestimmten Fischfangs
Zentrumsleiter, Fischer und örtliche Behörden legen gemeinsam
die für die
gefährdetsten Arten (Langusten, Barsch) akzeptable Fanggrenze
fest. Sie lenken
das Interesse der Verbraucher auf weniger gefährdete Arten. Das
Restaurant des
Zentrums nimmt keinerlei Fisch oder Meeresfrüchte an, die mit
zerstörerischen
Methoden gefangen werden, und keine Krustentiere mit Gelege oder junge
Fische und Krustentiere, die nicht die gesetzliche Mindestfanggröße
aufweisen.
• Finanzierung eines örtlichen Entwicklungsprojektes
prozentuale Abgabe vom Preis eines Tauchganges (1 oder 2 Euro):
Schule, Bewässerung, Wassersparsystem, Sonnenenergie, Einrichtung
eines
Managements für nachhaltigen Fischfang.